Return to China – Tag 3 (25.04.19)

Um 07:00 heißt es aufstehen und fertig machen. Ich bringe Joan zur Arbeit und kehre nach Hause zurück.

Im Anschluss mache ich das bisschen Haushalt und schnappe mir die XD7 und alles was man sonst so benötigt und mache mich auf den Weg. Heute will ich den Shu Hu See besuchen!

Das Ufer des Shu Hu Sees ist weitläufig begrünt. Das Areal mit der grünen Markierung links, habe ich ausgiebig erforscht.

Der See ist zwar fußläufig zu erreichen, allerdings habe ich den Bereich um unser Apartment ja bereits gestern erforscht. Daher gehe ich zur nahegelegenen Bushaltestelle und warte auf den Bus. Joan ist wie immer, wenn ich allein in China unterwegs bin, sehr besorgt. Ich soll ein Foto der Haltestelle schicken, damit sie sehen kann, dass alles ok ist und ich den richtigen Bus nehme. Sie ist einfach eine Seele von Mensch und ich hoffe, dass ich ihr in Deutschland die gleiche Sicherheit geben kann, wie sie mir in China!

Nach einiger Wartezeit besteige ich unter den interessierten Blicken des Busfahrers und der restlichen Fahrgäste den Bus. Es ist in China anscheinend nicht die Regel, dass Ausländer mit dem Bus fahren. Dabei ist das gar nicht schlimm, sondern sehr komfortabel. Mittels Baidu Maps kann man von seinem Standort an jeden Ort auf der Karte tippen, das Bussymbol auswählen und die App zeigt einem den Weg zur Haltestelle, die Buslinie, von wann bis wann der Bus fährt, den Fahrpreis und so weiter… Hierzu werden allerdings zumindest rudimentäre Kenntnisse der chinesischen Sprache und Schrift vorausgesetzt, wie man sie mittels einer App wie Duolingo spielend erlernen kann.

Die Ansagen der Haltestellen sind ausnahmslos auf Chinesisch, was aber auch nichts macht, da in der App alle Haltestellen eingezeichnet sind und man somit nur mitzählen muss. Weiterhin sieht man sein Symbol auf der Karte und weiß somit auch, wann es Zeit zum Aussteigen ist.

Die Menschen im Bus haben mir, zumindest war das mein Gefühl, sehr anerkennend zugenickt, als ich den Bus zielgerichtet verlassen habe.

Grundsätzlich sind die Chinesen ein überaus freundliches Volk. Immer wieder werde ich auf der Straße von fremden Menschen angesprochen und wenn ich sie auf chinesisch Grüße sind sie immer total begeistert.

Angekommen am Shu Hu See packe ich meine Kamera aus und fange an, ein paar Aufnahmen zu machen. Joan erzählt mir außerdem, dass dort eine Kirche steht und diese immer sehr beliebt für Hochzeitspaare ist. Während ich also so durch die angrenzenden Wälder streife überlege ich mir, ob sie sich vielleicht auch wünscht, in Zukunft hier die Hochzeitsbilder zu machen.

Wie ich also da entlang wandere, entdecke ich plötzlich zwischen den Bäumen ein Teleobjektiv nebst Kamera und Fotograf auftauchen und hinter dem nächsten Busch schon ein Brautpaar für die romantischen Fotos.

Da ich selbst auch schon auf Hochzeiten fotografiert habe, weiß ich zumindest im Ansatz, wie schwierig es sein kann, diese Bilder ordentlich hinzubekommen. In Suzhou ist es derzeit ziemlich schwül warm, Das Hochzeitskleid ist sicher sehr warm, außerdem müssen alle Beteiligten dann noch gefällig dreinschauen und die ständig wechselnden Lichtverhältnisse tragen ihr übriges dazu bei, dem armen Mann seinen Job schwer zu machen. Da braucht dann nicht noch so ein dicker Deutscher durchs Bild zu laufen. Also gehe ich einen anderen weg zur Kirche um dort einen Blick drauf zu werfen. Wird schon nicht viel los… WTF!

Als ich an der Kirche ankomme sehe ich direkt vier Brautpaare nebst Fotograf, nebst Assistentinnen dort ihre Arbeit verrichten. Das Paar im Wald war, wie sich nun zeigt, nur der Vorgeschmack auf das was dort kommen mag.

Ich sende meiner Freundin eine Nachricht, ob heute vielleicht irgendein „Special Day“ ist, oder warum hier so viele Brautpaare am Start sind.

Sie schickt mir lachend eine Antwort „wir sind in China, so many people here!“. Ja, da hast du recht, Schatz! Ich werde noch weiteren 5 Brautpaaren begegnen, bis ich mich schließlich auf den Weg am See entlang in Richtung Norden mache.

Während ich dort entlang lustwandele, werde ich auf lautes Getöse aufmerksam. Neugierig wie ich bin, folge ich dem Geräusch, anstatt wie es sich geziemt die Flucht zu ergreifen. Wenige Sekunden später erblicke ich den siebten Höllenkreis eines jeden Allergikers in Form einer ganzen Kompanie Stadtarbeiter die in einem Zug einen Bereich von gut und gerne 1000qm mit Motorsense, Rechen, Laubbläser und allerlei Werkzeug bearbeiten. In Deutschland habe ich immer Probleme mit Heuschnupfen, aber hier in China merke ich absolut nichts.

Die Hitze und das bedeckte Wetter tun ihr Übriges, dass ich nach drei Stunden fertig bin und mich langsam auf den Rückweg mache. Auch fällt mir auf, dass ich seit dem Apfel zum Frühstück nichts mehr gegessen habe.

Da die Speisekarte in Restaurants für mich noch immer etwas zu hoch zum lesen ist, suche ich mir einen Family Mart in der Nähe und hole mir dort etwas Kühles zum Trinken, sowie etwas, was ähnlich aussieht wie eine Mohnschnecke nur ohne Mohn zum Essen.

Die Schnecke ist total lecker und mit einer Art Quarkpudding und Rosinen gefüllt. Vor allem nicht zu süß, das passt mir ganz gut.

Anschließend nehme ich den Bus zurück zu meinem Ausgangspunkt, gehe noch eine Runde durch den angrenzenden Park und kehre schließlich völlig durchgeschwitzt ins Apartment zurück.

Dort angekommen wartet erst einmal eine lange Dusche auf mich, anschließend mache ich mich auf den Weg Joan von der Arbeit abzuholen.

Heute Abend kochen wir zu Hause Dumplings aus dem Tiefkühler und danach essen wir eine Ananas, die in dem Care Paket von Joans Schwester war, während wir gemütlich einen Film schauen.

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