China 2019 – Tag 15 (09.02.19)

Heute haben wir den Tag frei um Xi’an zu erkunden. Da das Wetter voll nicht so gut ist und wir auch aus unerfindlichen Gründen heute keine Lust auf so many people um uns haben, beschließen wir, erst gegen frühen Nachmittag das Museum zu besuchen.
Und das Martyrium beginnt von Neuem! Alle Menschen, die gestern bei der Terrakotta Armee waren, haben beschlossen „Hey, heute gehen wir mal entspannt ins Museum, da ist sicher nix los!“

Hier konnten wir immerhin ein paar nahe Blicke auf Teile der Terracotta Armee werfen. Auch wenn es sich bei den Reitern natürlich um eine Replik handelt.

Das war der erste Tag in meinem Urlaub, wo wir beide echt ein wenig genervt waren. Warum so many people? ^^ Wir kaufen auf dem Rückweg noch ein paar Dinge ein. Abends gelüstet es meine Holde nach Reis, sodass wir ein entsprechendes Restaurant in einem Einkaufszentrum aufsuchen.

Wir wollen früh ins Bett, denn morgen geht es wieder früh mit dem Bus auf den Berg!

China 2019 – Tag 14 (08.02.19)

Gegen viertel vor sechs klingelt das Telefon und der Reiseführer meldet sich, dass wir in 40 Minuten am Sammelpunkt für den Bus sein müssen. Also schnell in die Klamotten, kurze Katzenwäsche und durch die Eiseskälte zu unserem Bus. Es sind erst wenige Menschen dort, so suchen wir uns einen guten Platz recht weit vorne. Der Bus sammelt noch an 2-3 weiteren Punkten Leute ein. Ich verschlafe einen Großteil der Fahrt, zu müde bin ich von gestern.

Am ersten Ziel angekommen, lösen wir uns von der Gruppe und erkunden den Ort Xi’an auf eigene Faust. Der erste Weg führt uns in ein Museum, welches viele Relikte aus der Zeit des Emperor Qin ausstellt. Leider falle ich gleich im ersten Raum mit meiner fetten Kamera unangenehm auf und werde von einer Polizistin harsch angewiesen das Fotografieren bitte zu unterlassen.

Es ist wegen dem Spring Festival ein riesiger Jahrmarkt mit etlichen Essbuden und hast du nicht gesehen aufgebaut. Wir schlendern ein wenig umher und sehen uns die ein oder andere Aufführung an.

Nach spannenden 1,5h geht es weiter und der Reiseführer packt uns in den Bus, wo es erst einmal zum Essen geht! OMG! Ein riesiger Speisesaal gerammelt voll von Menschen. Ich erkämpfe uns einen Tisch, meine Freundin schreitet am Buffet zur Tat und gemeinsam schaffen wir es, Tisch nebst Sitzplätzen, sowie Speisen zu ergattern.

Lunch Time!


Der Ausgang des Restaurants führt wenig subtil durch einen Andenkenladen, wo man zu horrenden Preisen Staubfänger für zu Hause kaufen kann. Wir beschließen, dass ein Toilettenbesuch angebracht ist und während meine liebe Freundin sich in die gut 15m lange Schlange vor dem Damenklo einreiht, gehe ich eben fix für kleine Jungs.
Auf der Toilette trifft mich der nächste Schlag! Liegt da mitten im Flur eine Einlage von beträchtlicher Größe! Geschätzte 25cm lang und an der dicksten Stelle gute 5cm im Durchmesser, daneben ein Häufchen. Sicherlich ist jemandem beim Pinkeln plötzlich eingefallen, dass es gerne auch etwas mehr sein kann. Ich beeile mich und flüchte Schnurstracks zurück. Mein Blick verrät, dass etwas nicht stimmt. Ich schildere das Gesehene und wir beschließen, dass das Damenklo bis zu den Terracotta Kriegern warten kann. Tapfere Frau!
Nach einer weiteren halben Stunde Fahrzeit kommen wir schließlich bei der Terrakotta Armee an. Bzw. bei einem Vorort, der sich darum gebildet hat.
Was dann folgt, wird mich den Rest meines Lebens begleiten… Ich habe noch nie, wirklich nie in meinem Leben so viele Menschen auf einmal gesehen!

Zuerst reihen wir uns in einer Schlange von gut Zehntausend Leuten ein, die durch ein Tor gehen. Security Check, alles gut weiter geht es. Wir sind auf einem Vorplatz wo sich eine weitere durchschnittliche deutsche Kleinstadt in mehreren Reihen aufstellt um über einen gewundenen, sicherlich schönen, aber vor lauter Menschen nicht erkennbaren Weg zur eigentlichen Stätte zu pilgern. Dort erwartet uns die nächste Schlange. Wir flitzen irgendwie durch und auf der anderen Seite kommt unser Vorturner vom Fähnlein Fieselschweif (tatsächlich nutzen alle Reiseführer einen modifizierten Selfie Stick mit einer Fahne, Stofftier, oder sonst was um sich in der Masse hervorzuheben und die Follower um sich zu scharen) um uns zusammenzutrommeln. Was dann folgt ist für jeden, der unter Klaustrophobie leidet, die persönliche Vorhölle mit den darauf folgenden weiteren 9 Höllenfeuern. Wir befinden uns in einem Pulk, gleich einem lebenden Organismus, der sich wie ein zähflüssiger Schleim durch die Anlage schiebt. Je nachdem wo man hinmöchte, bewegt man sich in den entsprechenden Bereich der Menge und man wird treppauf, treppab, links, rechts, quer durch Gänge geschoben. Ich weiß jetzt, wie sich Wildwasser und eine Lawine anfühlen… Man ist machtlos. Leider ist von der Armee kaum was zu erkennen, geschweige denn Bilder zu schießen.

Die Kamera packe ich zwischendrin zweimal aus, dann lasse ich sie im Rucksack. Keine Chance. Der Reiseführer hat das Ruder an eine Kollegin abgegeben, die nun zwei Gruppen durch die Anlage lotst. Die Führung endet wie durch Zufall im Museumseigenen Shop und das Funkgerät, mit dem die Reiseleiterin zur Gruppe spricht, geht an die Verkäuferin des Ladens über. Diese preist nun noch etwa 10 Minuten allerlei Gegenstände und Schmuck an. Anschließend geht es zurück zum Sammelplatz, wo der alte Reiseleiter wie zufällig in einem Laden für Snacks auf uns wartet. Für die Teilnehmer gibt es dort kostenlose Produktproben und einige der Mitreisenden zücken entzückt ihr Handy und shoppen (erneut) drauflos.
Trotzdem war der Tag irgendwie toll und wir haben auch das Gefühl bekommen unter Stress gut zusammen zu funktionieren!

Zurück in Xi‘an gehen wir lecker Hot Pot essen und dann nichts wie ins Bett.

China 2019 – Tag 13 (07.02.19)

Abreise nach Xi’an

Wir nehmen ein Taxi und anders als in Shanghai haben wir nach 3 Minuten auch tatsächlich eins gefunden welches uns direkt zum Flughafen bringt. Ein hoch auf die chinesische Taxi App. Die ist wirklich super, bei meiner nächsten Reise will zeige ich mal ein paar Bilder davon. Elektronischer Check-in, Gepäck aufgeben und warten bis es losgeht.

Was wäre China ohne Essen? Also hier unsere Flugverpflegung… 😀

In Xi’an angekommen nehmen wir den Airport Bus, welcher uns zu einem Hotel in der Nähe des Apartments bringt. Außerdem buchen wir gleich noch zwei Tagesausflüge am Flughafen. Einmal zu den Terracotta Kriegern und der andere soll uns zu einem berühmten Berg bringen. In Summe zahlen wir 500 Yuan =65€ (2×120 für die Terrakotta Armee und 2×130 für den Berg). Als ich im Vorfeld der Reise die Armee buchen wollte, hätte der Ausflug 250€ gekostet – pro Person!
Als wir das Apartment erreichen ist Joan weniger begeistert. Wir sind im 12. Stock eines Wohnkomplexes mit 2 Gebäuden à 31 Stockwerke. Direkt daneben ist eine Polizeistation und trotzdem hängen überall in den Fluren Warnhinweise vor Taschendieben und Einbrechern. Da ich kein Chinesisch lesen kann, berührt mich das ganze dann erst im Nachgang, als ich merke wie unwohl sie sich fühlt. Ich schlage vor, ein anderes Apartment zu buchen und umzuziehen, doch sie lehnt ab.

Schlussendlich war es dann doch ganz ok und auch spannend, wenn wir jeden Tag in einer anderen Etage ausgestiegen sind und den Rest zu Fuß gelaufen sind und ich mich als Chinese verkleidet hab um nicht so auzufallen… 😊
Abends gehen wir auf gut Glück in ein lokales Restaurant, wo extra für uns noch schnell ein Tisch mit zwei Hockern aufgebaut wird.

Anschließend auf dem Rückweg schnell noch ein wenig Obst und Brot für den nächsten Tag gekauft und ab ins Bett.

China 2019 – Tag 12 (06.02.19)

An unserem letzten Tag in Beijing stehen wir bei Zeiten auf und bereiten uns ein Fertiggericht zu, welches wir interessehalber vor ein paar Tagen im Supermarkt gekauft haben. Es ist selbsterhitzend.

Frisch gestärkt besuchen wir kurz das olympische Dorf von 2008 mit dem Birds Nest

… bevor wir zur Forbidden City aufbrechen. Leider sind die Tickets für die Forbidden City schon einige Tage im Voraus ausverkauft gewesen und wir können uns nur im Außenbereich aufhalten. Es werden nur 80000 Menschen pro Tag eingelassen.

Heute ist es barbarisch kalt und mich plagt immer noch eine leichte Erkältung von den Tagen zuvor. Die Nichte meiner Freundin hatte eine böse Erkältung und hat mich in Shanghai wohl damit angesteckt.
Am Abend packen wir unsere sieben Sachen und gehen ein letztes Mal Oma und Tante besuchen. Der Onkel ist am Arbeiten und kann daher nicht da sein, hat uns aber viele lokale Snacks als Abschiedsgeschenk hinterlassen.
Auch wenn mir die lockere Atmosphäre von Shanghai, was in Allem deutlich entspannter als Beijing ist, noch etwas nachhängt, bin ich sehr traurig, dass wir morgen schon abreisen müssen. Ich mag unser kleines Apartment in der Hood wie ich die Gegend insgeheim nenne.


In der Retrospektive sei gesagt, dass in Beijing wahrscheinlich – da dort der Sitz der Regierung ist – alles etwas strikter abläuft. Die Polizisten schauen etwas strenger als in Shanghai und die Personenkontrollen laufen etwas intensiver ab, als anderswo. Auch ist die Luft im Norden nicht ganz so gut wie in Shanghai wie ich finde. Das wird den niedrigeren Temperaturen und dem damit verbundenen höheren Ausstoß der Kraftwerke zu tun haben. Trotzdem mag ich Beijing sehr. Die Stadt ist modern und historisch zugleich und damit auf jeden Fall eine Reise wert!

China 2019 – Tag 11 (05.02.19)

Heute schlafen wir sehr lange aus, da es gestern Nacht doch recht spät wurde. Zum Frühstück gibt es traditionelle Reisteigbällchen gefüllt mit Marmelade oder so. Lecker!

Am Nachmittag fahren wir zu einer berühmten Gasse in Beijing, wo es wie immer viele Stände mit Essen und etliche Läden für Schmuck und Dekogegenstände gibt.

Tatsächlich sehe ich in China, wenn überhaupt, sehr selten eine dieser typischen Touristenfallen, dazu später aber mehr.
Am Abend sind wir wieder bei der Familie zum Essen eingeladen (warum haben wir noch gleich ein Apartment mit Küche gemietet? 😀 ).


Nach dem Essen fahren wir mit dem Onkel eine große Runde durch Beijing zum Sightseeing und besuchen eine sehr berühmte Shoppingstraße. So many People again…

China 2019 – Tag 10 (04.02.19)

Wir lassen den Tag sehr entspannt angehen und starten erst gegen Nachmittag in die Stadt! Als erstes gehen wir zur Bank und holen etwas Geld für die traditionellen red Pockets, die roten Umschläge mit Geld. Für Joans Oma legen wir je 2000 Yuan hinein. Außerdem bereitet meine Freundin noch für ihre Tanten und den Onkel Umschläge vor.

Ich darf nur für die Oma etwas geben, alles andere wäre unangemessen. Im Anschluss kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten für den Onkel ein, bevor wir zum traditionellen Abendessen bei der Familie meiner Freundin einkehren.

Ein opulentes Mahl am Abend des Spring festival!

Im Anschluss an das Abendessen findet eine alte Tradition in Andenken an die Verstorbenen statt. Ich bin sehr gerührt, als Joan mich einlädt, daran teilzunehmen.

Wir gehen in einen Park unweit des Hauses und dort markiert der Onkel mehrere Kreise, in denen mit Hilfe von Papier, kleine Feuer entfacht werden. Anschließend wird dort unter rezitieren eines Gebets, Spielgeld und Papiertücher, die Stoffe für Kleider repräsentieren verbrannt, um es so den Verstorbenen zu senden. Jedes entfachte Feuer steht für einen Familienbaum. Meine Freundin spendet für ihren Großvater und ihren verstorbenen Onkel. Auch ich werfe ein wenig Geld und Kleider ins Feuer und insgeheim frage ich mich, wie viele Feuer ich denn für meine Familienmitglieder, die bereits gegangen sind, entfachen müsste…
Auf dem Heimweg sehen wir weitere Feuer auf dem Gehweg brennen, die Menschen gehen einfach vor die Tür und machen ihr Feuer. Die Polizei und Feuerwehr fährt in kleinen Elektroautos zur Brandwache umher und greift ggf. ein. Tatsächlich sehen wir, wie zwei Polizisten sich einer Gruppe Menschen, die ein Feuer auf dem Gehweg entfachen, nähern. Statt einzugreifen, warten sie im Hintergrund und lassen die Leute gewähren. Als das Feuer wieder aus ist fahren sie weiter.

Auch Beijing ist sehr bunt bei Nacht!

Es war ein wunderschöner Abend. Da der Abend sehr der Familie und den Verstorbenen gewidmet ist, habe ich auch keine weiteren Bilder gemacht.

China 2019 – Tag 9 (03.02.19)

Heute ist es endlich soweit! Zum ersten Mal auf dieser Reise packe ich meine getreue Sony Alpha 99 nebst dem knackscharfen Minolta 28-135, sowie ein paar Ersatzakkus aus.

Es geht zur Great Wall of China! Wir starten sehr früh und treffen uns mit Joans Tante und Cousin vor dem Restaurant, wo wir gestern die lecker Peking Ente hatten. Von hier aus geht es mit dem Taxi zu einem Busdepot, von wo aus große Busse die Besucherscharen zur Mauer und wieder zurück bringen.

Dieses schöne alte Gebäude befindet sich direkt neben dem Busdepot.

Der Bus kostet für uns vier zusammen gerade einmal 48 Yuan und bringt uns in etwas über einer Stunde zur Mauer.

Dort angekommen heißt es erst einmal wieder Schlange stehen am Ticket Schalter. Es gibt Tickets mit und ohne Liftpass, der uns den halben Weg hoch und wieder runter bringt. Da ich nicht weiß, wie gut Joans Tante zu Fuß ist, entscheide ich mich für die Variante mit Liftpass (600 Yuan für alle zusammen).

Dies soll mit Ausnahme des Geschenks für die Oma am Abend des Spring Festival, der teuerste Einzelposten der Reise bleiben. Reisen in China muss also wirklich nicht teuer sein! Natürlich muss ich anfügen, dass die Familie meiner Freundin uns die ersten zwei Wochen abends fast immer bekocht hat, was in einem Restaurant natürlich auch noch mal zusätzlich Geld gekostet hätte. Aber die Restaurants sind auch wirklich nicht zu teuer!

Außerdem gibt es hier mehrere Bärengehege, in denen die Bären in Gruppen zusammenleben. Natürlich sind diese auf die Besucher konditioniert und machen allerlei Unsinn um etwas zum Fressen zu erhalten.

Der Lift erinnert an eine Mischung aus Achterbahn und Sommerrodelbahn!

Oben angekommen werden wir von einigen Arbeitern schnell aus unseren Bobs gezogen und erreichen nach einem kurzen Aufstieg dann endlich die Mauer!

Die Mauer ist ein Erlebnis für sich. So many people again! Die Chinesen schaffen es trotzdem immer irgendwie in riesigen Gruppen ineinander, umeinander und durcheinander zu laufen, ohne dass es wie man es sonst von solchen Pulks kennt, zu Rempeleien und Gezeter kommt.

Am Fuß der Mauer haben sich größere Gruppen von Katzen niedergelassen, die sich auf alles stürzen was dort „versehentlich“ herunterfällt.

Nur Mut wird belohnt! Hier hat jemand sogar etwas Trockenfutter mitgebracht.


Als wir von der Mauer zurückkommen gehen wir noch mit dem Onkel für das morgige Neujahrsfest einkaufen. Da wir außerdem noch ein paar Dinge benötigen und bei mir ein neuer Haarschnitt fällig ist, empfiehlt er uns einen Frisör, bevor er sich daran macht für uns zu kochen.

Als wir beim Frisör ankommen hat dieser jedoch schon geschlossen. Ein kurzer Anruf beim Onkel (er ist wirklich sehr, sehr nett und äußerst hilfsbereit!) und die Ladenbesitzer kommen noch einmal extra für uns vorbei und öffnen den Laden – der Hammer! Das Abendessen ist wie immer, sehr lecker!

China 2019 – Tag 8 (02.02.19)

Heute steht der Besuch des China National Museum auf dem Plan. Das Gebäude ist ähnlich wie das Museum in Shanghai gigantisch.

Ein krasser Unterschied zu Shanghai besteht in den deutlich schärferen Sicherheitsvorkehrungen. Wir werden gleich 3x kontrolliert, die Taschen geröntgt und am Ende sogar abgetastet, bevor wir in das Museum eingelassen werden. Da wir Wasser dabeihaben, werden wir sogar gebeten, einen Schluck davon zu trinken, um zu zeigen, dass es wirklich Wasser ist. Im Museum sehen wir uns einige Kunstausstellungen der chinesischen Geschichte an, es ist sehr interessant und nicht zu überlaufen.

Was mir in China immer wieder auffällt, ist die weit fortgeschrittene Elektrifizierung des Verkehrs. In Deutschland wird immer viel geredet – in China wird einfach mal gemacht!

Elektrofahrzeug der Stadtreinigung.


Nach Ende des Besuchs, bietet sich der Onkel an, uns mit dem Auto abzuholen. Abends wollen wir Peking Ente essen. Was in Deutschland üblicherweise einer 24-48h Vorbestellung bedarf, gibt es hier einfach im Restaurant. Mit einem kleinen Trick schaffe ich es, die Rechnung zu bezahlen um etwas zurückzugeben. Peking Ente kostet für vier Personen gerade einmal 300 Yuan. Die Peking Ente wird als Gericht in mehreren Gängen serviert. Leider habe ich es verpasst, dies weitergehend zu dokumentieren…

Der erste Gang der Peking Ente.

Auf dem Heimweg genießen wir noch ein wenig die Farben der Stadt. Beijing ist nicht so bunt wie Shanghai, aber trotzdem sehr sehenswert.

China 2019 – Tag 7 (01.02.19)

Wir nutzen den Tag erst einmal ausgiebig zum Entspannen in unserem Apartment.

Abends treffen wir die Oma, den Onkel, die Tante und den Cousin meiner Freundin und gehen später erneut Hot Pot essen.

Beijing am Abend.

Diesmal allerdings mit Profis (Onkel und Cousin). Abends fährt uns der Onkel sogar zu unserem Apartment, wirklich sehr nett! Die Oma meiner Freundin lebt wirklich in bescheidensten Verhältnissen und sieht mich zum ersten Mal. Trotzdem drückt sie mir einen traditionellen Umschlag mit Geld in die Hand. Dies abzulehnen ist selbstverständlich tabu. Abends schauen wir in den Umschlag und uns trifft fast der Schlag. Sie hat dort 1000 Yuan (130€) hineingelegt. Wahrscheinlich mehr, als sie in 3 Monaten für sich ausgibt. Ich bin zutiefst gerührt und wir entscheiden, ihr dies am Neujahrsfest zurückzugeben.

China 2019 – Tag 6 (31.01.19)

Wir nehmen den Highspeed Train nach Beijing und trotz, dass wir ca. 2h für die Fahrt zum Bahnhof eingeplant haben, schaffen wir es bei strömendem Regen nach der Fahrt in zwei verschiedenen Bussen gerade noch rechtzeitig ein Taxi zu erwischen, was uns an unser Ziel bringt. Meine Freundin ist ein wahres Genie, wenn es darum geht Dinge irgendwie gangbar zu machen. Mit dem Bus hätten wir das niemals in der Zeit geschafft. Die Fahrkarten waren bereits seit Wochen ausverkauft, umso fataler wäre es gewesen, wir wären zu spät gekommen.

Der Highspeed Train ist wirklich eine Nummer für sich. Innen ist es wie in einem Flugzeug, nur man hat mehr Beinfreiheit als in der Economy-Class. Wir haben zwei Plätze nebeneinander und so bringen wir die Zugfahrt damit zu, uns einen Film anzuschauen. Steckdosen für Laptops gibt es selbstverständlich an jedem Platz. Leider vergesse ich es tatsächlich, ein Foto aus dem Inneren des Zuges zu machen. Zwischendrin kommt eine Zugbegleiterin mit einem Service Wagen und eine weitere putzt während der Fahrt 2x den Flur durch.

In Beijing angekommen, holt uns der Vermieter unseres Apartments am Bahnhof ab und bringt uns zu eben Diesem. Als wir in den Hinterhof eintreten verschlägt es mir fast den Atem. In etwa so stelle ich mir eine verlassene Wohnsiedlung in der Nähe von Tschernobyl vor. Lauter verrostete Fahrräder liegen Seite an Seite im Innenhof. Im Treppenhaus wurde seit Jahren nicht mehr gewischt. 4. Stock und kein Aufzug…
Aber, die Haustür wird wie in China wohl üblich mit einem Elektromagneten zugehalten, der die Abmessungen eines Harry Potter Romans hat. Entriegelt wird über einen NFC Tag.
Die Tür des Apartments ist noch krasser. Gut 10cm dick und gleicht mit mehreren Zwei Euro Stück großen Sicherungsbolzen eher einer Tresortür. Tatsächlich ist es innen drin picobello sauber, als würde man in eine andere Welt treten.

Wenn ich an das Apartment zurückdenke bekomme ich tatsächlich etwas Heimweh. Es ist halt einfach „so“ in China. Im Innenhof steht ein zum Teil abgedecktes verrostetes Oldsmobil neben einem nagelneuen BMW. Im nächsten Hof stehen zwei neue Mercedes, daneben ein vergammeltes Lastenrad, mit dem irgendjemand seine Brötchen verdienen muss.

Trotzdem habe ich mich nirgendwo sicherer gefühlt als in diesem Viertel von Beijing.
Am Abend gehen wir noch kurz in ein Einkaufszentrum, ein paar Dinge einkaufen und zu Abend essen.

Heute gibt es HotPot, was mit dem europäischen Fondue verwandt ist – allerdings nicht so ungesund, da hier im Topf zwei verschiedene Suppen köcheln und man seine Zutaten darinnen gart. Hier esse ich auch zum ersten Mal Pansen, oder wie meine Freundin sagt: Kuh-Bauch. 😀


Ehrlich gesagt, ich mag Pansen nun. Wie ich später vom Onkel meiner Freundin erfahre, ist es wichtig, dass der Pansen braun und nicht weiß ist, da der Weiße gebleicht ist und ggf. noch Reste von diversen Chemikalien enthalten könnte.

Nach dem Restaurantbesuch gehen wir noch schnell ein paar Kleinigkeiten einkaufen. In China werden viele Produkte als „deutsch“ beworben, von denen ich in Deutschland noch nie gehört habe. Wie z.B. diese Milch, die richtig teuer ist!